Warum ist Markenbildung in der Gesundheitswirtschaft so wichtig

 

Unternehmen wie Adidas, Miele oder Porsche machen es vor: Sie betreiben aktive Markenbildung, um ihre Produkte im Wettbewerb optimal zu positionieren. Emotionalität zu erzeugen scheint der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Dass diese Markenbildung auch in der Gesundheitswirtschaft eine herausragende Relevanz hat, zeigte eine sehr gut besuchte, gemeinsame Veranstaltung von saar.is, der Gesundheitsregion Saar und dem Regionalverband Saarbrücken im VHS-Zentrum am Saarbrücker Schloss.

„Der Begriff ´Marke´ assoziiert Zuverlässigkeit und Beständigkeit. Das sind Grundvoraussetzungen, damit die Menschen einem Produkt vertrauen. Gerade im Gesundheitsbereich ist dies elementar notwendig. Denn kein anderer Dienstleistungssektor ist so nah am Menschen und seinen Emotionen wie der Gesundheitsbereich. Er stellt den Menschen ins Zentrum“. Mit diesen Worten eröffnete Jürgen Barke, Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr die spannende Veranstaltung, die sich einem in der Gesundheitsbranche noch jungen Thema, das aber zukünftig rasant an Relevanz zunehmen wird, widmete.

„Qualität plus Kommunikation gleich Erfolg“. Auf diesen einfachen Nenner brachte Christoph Lang, Geschäftsführer von saar.is, der durch die Veranstaltung führte, die Erfolgsformel für Unternehmen. Gerade Dienstleistungen und Produkte, die unmittelbar mit der Lebensqualität und Gesundheitsversorgung zu tun haben, seien in besonderer Weise auf das Vertrauen der Kunden angewiesen; Markenbildung und Qualitätsverantwortung seien letztlich die Basis des Vertrauens. Als Beweis für diese These stellte Dr. Michael Flegel, Leiter des Produktmarketings der saarländischen Ursapharm GmbH dann auch die erfolgreiche Strategie seines Unternehmens vor: Die Entwicklung von differenzierten Botschaften für jede einzelne Zielgruppe und deren Transport auf der gesamten Klaviatur der Werbeträger. Das bestätigt auch Dr. Giuseppe Gianni, Geschäftsführer der Werbeagentur „Brand Health“. Er bezeichnete die Marke als „Gesicht in der Masse“. Es gelte Kanäle, Botschaften und Zielgruppen zu vernetzen, die Marke zu differenzieren und in der Kommunikation kreativ zu sein.

Gerade im Gesundheitsbereich spielt die Emotionalität eine herausragende Rolle. Der an sich negativ besetzte Standort „Krankenhaus“ kann mit dem richtigen Instrument positiv dargestellt werden, ist Holger Steudemann, Inhaber der Berliner Marketing-Agentur WOK, überzeugt: Er berät zahlreiche Kliniken in ganz Deutschland und weiß: Fast 70% der über 65-Jährigen informieren sich zu Gesundheitsthemen im Internet. 86% der Onlinenutzer suchen auch gezielt nach Gesundheitsthemen. Hier setzt er seine Strategie an und propagiert eine neue Generation von Klinikwebseiten: „Eine Webseite muss die Patienten kompetent und verständlich informieren. Die Klinik sollte als Begleiter zum Gesundwerden dargestellt werden. Erfolgsgeschichten, Bilder mit Menschen, die mit einer hohen Lebensqualität leben sowie Antworten, die den Patienten schon immer zu dem Thema Gesundheit interessierten, sind Instrumente hierfür“.

Einig waren sich alle Vortragenden, dass der Weg zur Marke lang und steinig ist, sich aber wirtschaftlich lohnt und auf einem umkämpften Markt Wettbewerbsvorteile mit sich bringt. Lutz Karnauchow, Gründer und Geschäftsführer der Marke „domino-world“, einem Berliner Pflegedienst, arbeitet bereits seit 20 Jahren an seiner erfolgreichen Marke: Er versichert: „Unser Alleinstellungsmerkmal, das „domino-coaching“, und die 100%ige Motivation unserer Mitarbeiter sorgen für das Vertrauen der Kunden“. Die Angehörigen der Kunden und die Mitarbeiter mit ins Boot zu nehmen, sei ein Geheimnis seines Erfolges. Denn, so der Schlusssatz des Nachmittages: Mit Marken verbinden Menschen Produkteigenschaften, die nicht mehr kommuniziert werden müssen, sprich Vertrauen.

 

Veranstaltungsprogramm:

 

17.00 Uhr Begrüßung, Moderation:
Christoph Lang, Geschäftsführer saar.is,

Werner Schreiber, Minister a. D., Gesundheitsregion Saar e.V.

 

17.10 Uhr Grußworte:
Jürgen Barke, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

 

17.25 Uhr Vortrag „Markenbildung in der Gesundheitswirtschaft – zwischen chronisch krank und kerngesund“
Dr. Giuseppe Gianni, Geschäftsführer BRAND HEALTH GmbH, Frankfurt/Main

 

17.55 Uhr Vortrag „Wir setzen auf die inneren Werte – Vertrauen ist unser Markenzeichen für ein erfolgreiches Image in der Pflegewirtschaft“,

Lutz Karnauchow, Gründer und Vorstand domino-world, Birkenwerder

 

18.25 Uhr Pause

 

18.40 Uhr Vortrag „Kernprozesse der Markenführung im OTC-Bereich: Professionelle Marktforschung vs. Bauchgefühl“
Dr. Michael Flegel, Leiter Produktmarketing URSAPHARM Arzneimittel GmbH, Saarbrücken

 

19.10 Uhr Vortrag „Wenn Audi von deutschen Kliniken lernen würde… die Kommunikationsarbeit von Kliniken und eine launige Fiktion“,

Holger Steudemann, Geschäftsführer Agentur WOK GmbH, Berlin

 

19.40 Uhr Abschlussdiskussion mit den Referenten

 

20.00 Uhr Gedankenaustausch bei einem Imbiss

 

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